Großmühlingen
Im Herzen der Magdeburger Börde liegt das geschichtsträchtige
Großmühlingen.

Das alte Haufendorf, ursprünglich eine thüringische
Gründung, wurde schon 936 erstmals urkundlich
erwähnt.
Die alte Urkunde, in welcher Großmühlingen zum ersten Mal erwähnt
wird, stammt aus dem Jahre 936.

Sie trägt das Datum des 13. September 936.
An diesem Tage schenkte Kaiser Otto der Große
den 9. Teil des Reinertrages aus seinem Gute zu Mühlingen
dem Nonnenkloster zu Quedlinburg, das seine Mutter
Mathilde in demselben Jahre gegründet hatte.
Der Ort war das Zentrum der Grafschaft Mühlingen, zu der das Gebiet zwischen
Elbe, Saale, Bode und Sülze gehörte.
An die Residenzzeit der Arnsteiner Grafen von Barby und Mühlingen erinnert
noch das Renaissanceschloss, das 1195 als Niederungsburg errichtet und im 14.
Jahrhundert zum Schloss umgebaut wurde.

Bis 1993 mit öffentlichen Geldern durch bürgerschaftliches
Engagement des damaligen Kultur- und Heimatvereins
restauriert und mit Schlosspark, Rittersaal, Heimatstube
und Kleiner Galerie kultureller Mittelpunkt des Dorfes,
wurde es durch das Land Sachsen Anhalt an einen Privatbesitzer
verkauft und ist für die Öffentlichkeit
heute nicht mehr zugänglich.
Die wirtschaftliche Entwicklung des Ortes wurde früher hauptsächlich
von der Landwirtschaft bestimmt. Noch heute prägen den alten Dorfkern
die typischen Bördehöfe, die von ihren Besitzern nach der Wende aufwendig
restauriert wurden.

Der Handel und das vorhandene Gewerbe erhielten
einen Aufschwung durch die Ansiedlung von jüdischen
Familien, die 1774 durch Friedrich August, Fürst
von Anhalt-Zerbst, ins Land geholt wurden. 1806 bauten
sie im Dorfkern eine Synagoge, die aber 1905 abgebrochen
wurde, nachdem die letzte jüdische Familie den
Ort verlassen hatte. Grund war die industrielle Entwicklung,
die den Handel mit bäuerlichen Erzeugnissen
verdrängte.
1829 wurde Großmühlingen durch den Bernburger Fürsten das Marktrecht
verliehen. Dieser Vieh- und Krammarkt, der jeweils am 1. Mittwoch im September
abgehalten wurde, entwickelte sich zum Pflaumenkuchenmarkt, einem jährlichen
Volksfest am 2. Septemberwochenende.

Großen Aufschwung nahm das Dorf durch den
Abbau von Braunkohle (ab 1847) in den Gruben Alexander
Carl, Gottes Segen, Gute Hoffnung und Gnadenhütte.
Auch heute wird Landwirtschaft im Ort betrieben, teils als Nebenerwerb auf
den Ackerflächen der Bauernhöfe, in größerem Umfang aber
durch die Agrargenossenschaft Mühlingen eG., die Landboden Mühlingen
GmbH & Co KG, in einer Ferkelproduktions- und einer Schweinemastanlage
zwischen Großmühlingen und Kleinmühlingen.
Mittelpunkt des Dorfes ist der Marktplatz,

unweit davon steht die 1882 erbaute Sankt Petri
Kirche

und an der Durchfahrtsstraße von Calbe nach
Schönebeck befindet sich die Grundschule „Friedrich
Loose“.

Der Marktplatz ist gleichzeitig der Beginn des Bördehofrundwegs
durch den historischen Kern des Dorfes, der im April
2009 feierlich eingeweiht wurde.
Impressionen von
diesem überaus erfolgreichen Ereignis für
unser gesamtes Dorf finden Sie hier: Bördehoftag
Am Rande des Marktplatzes befindet sich die große
Tafel, die allen Besuchern einen Überblick über
den Plan des Dorfes von 1674 gibt, auf dem die Straßen
eingetragen sind, durch die der Rundgang führt.

An insgesamt 20 Stellen im Dorf sind an den Höfen
oder an markanten Stellen Tafeln angebracht, die
in Kurzform die Geschichte dieses Hofes oder des
Hauses erläutern.
Eine Broschüre, die von den Mitgliedern der
Chronikgruppe des Kirchbauvereins erstellt wurde,
erläutert weitere Einzelheiten und informiert über
die Geschichte des Dorfes, des Vereins, über
die Entstehung des Projektes und seinen geistigen
Vater, den Pfarrer und Heimatforscher Friedrich Loose.

Erhältlich ist sie - gegen eine Schutzgebühr
von 1 Euro zuzüglich
Porto - in mehreren Einrichtungen
des Dorfes, im Pfarrhaus und auch bestellbar
unter der Adresse:
Evangelisches Pfarramt
Friedrich-Loose-Straße 5
39221 Bördeland
OT Großmühlingen
Die Kindertagesstätte „Haus der kleinen
Strolche“, das Seniorenheim Haus „Sonnenblume“ Großmühlingen,

eine Arztpraxis

und mehrere Gaststätten und kleine Einkaufseinrichtungen
ergänzen das Dorfbild.
Heute ist Großmühlingen ein Ortsteil der Gemeinde Bördeland
mit Sitz in Biere und hat ca. 1100 Einwohner.
Neben dem Kirchbauverein „Sankt Petri“ e. V. bereichern noch mehrere
Vereine und Organisationen das dörfliche Leben, so zum Beispiel der Geflügelzuchtverein,

Sportverein, Anglerverein, die Volkssolidarität
und die Freiwillige Feuerwehr.

Großmühlingen liegt zwischen Schönebeck
und Calbe (jeweils 8 km entfernt) und ist 21 km
von Magdeburg entfernt. Autobahnanschlussstellen
der
BAB 14 sind in Schönebeck und bei Calbe. Der
nächste Bahnhof ist in Eickendorf (2 km).
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